Lebewesen sind nicht gleich. Voraussichtlich werden sie es in absehbarer Zeit auch nicht werden. Auf diesem Punkt baut dieser Blogeintrag auf.
‚Soll man Individuen als gleichwertig betrachten? - Ist eine Maus genau so viel Wert wie ein Mensch?’
Die meisten Menschen würden diesbezüglich wohl antworten, dass die Maus (selbstverständlich) nicht den gleichen Wert wie ein Mensch hat. Und das, meiner Meinung nach, zu Recht. Die Begründung, weswegen eine Maus einen geringeren Wert als ein Mensch hat (worauf ich im Kommenden eingehen werden), steht für mich ganz klar fest. Andere sollten für sich allerdings ergründen, weswegen sie den Wert zweier Lebewesen so unterschiedlich betrachten. Weswegen für sie die Leben zweier Wesen so ‚ungleich’ viel Wert sind.
Ich definiere den Wert eines tierischen Lebens (dazu zählen auch Menschen) nach seiner essentiellen Komplexität. Untergeordnet nach der Intelligenz, der moralischen Werte [1] und nach der Integrität.
Eine Maus verfügt über eine sehr geringe kognitive Leistungsfähigkeit. Für eine Moral und somit auch für die Integrität, besitzt eine Maus keine Hirnregionen und ist somit zu beidem nicht fähig. Sie hat daher eine, im Vergleich zum Menschen, sehr geringe essentielle Komplexität und den einhergehenden geringeren Wert.
Wenn man nun nicht nach einer Differenzierung vorgeht, mag es die meine sein oder eine andere, wegen beispielsweise „antispeziesistischer“ [2] Einwände, hätte ein Regenwurm denselben Wert wie ein Elefant. Eine Stechmücke denselben Wert wie eine Tiger. Eine Maus denselben Wert wie ein Mensch.
Ich würde nicht soweit gehen und sagen, dass eine Maus keinen Wert hätte. Er ist nur einfach im Vergleich zum Menschen, aus oben genannten Gründen, gering.
Wenn man nun, zwischen den Arten, auf diese Weise differenziert, muss man sich im Klaren sein, dass Wesensunterschiede auch (oder gar in besonders hohem Maße) beim Menschen vorkommen. Besonders da unsere Essenz nur zu verschwindend geringen Teilen seit der Geburt anwesend ist. Sie entwickelt sich erst sehr stark im Laufe unserer Kindheit und dann weiter im Werdegang als Erwachsener. Bei diesem Sachverhalt von einer gleichen Intelligenz, gleichen moralischem Verhalten oder gleicher Integrität und damit letztlich von einer gleichen essentiellen Komplexität zu sprechen, ist abwegig.
Wir Menschen sind aufgrund unserer biologischen Beschaffenheit essentiell sehr ungleich. Eben weil wir nicht alle gleich denken, nicht im gleichen Maße moralische Prinzipien besitzen und nicht gleich nach diesen leben, sind wir eben auch im Werte nicht gleich.
Das oben aufgeführte Prinzip der Ungleichheit möchte ich, im zeitnah folgenden Blogeintrag, auf die Politik, die ja unser aller Leben bestimmt, und unsere Gesellschaft anwenden.
[1]: Für mich sind alle diejenigen Werte moralisch, welche dem Erhalt sowie dem Fortschritt des Planeten und des lebenswerten Lebens dienen. Subjektivität streite ich hier nicht ab: Ein jeder muss sich seine eigenen moralischen Werte und Grenzen setzten und ‚gegebene’ abschütteln, um sich aus dem Kamel- und schließlich aus dem Löwendasein zu befreien. „Drei Verwandlungen nenne ich euch des Geistes: wie der Geist zum Kamele wird, und zum Löwen das Kamel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.“ Wer hierüber weiteres erfahren möchte, sei auf „Also sprach Zarathustra“ verwiesen.
Ungeachtet aber dessen, existieren moralische Werte, welche sich aus einem allgemeinen ethischen Konsens ergeben. Und wie sich der Einzelne versucht, von eben diesen gegebenen Werten zu lösen und neue, eigene zu entwickeln (welche insofern sie ‚gut’ sind, anerkannt werden von anderen), so wird sich auch der ethische Konsens weiterentwickeln. Für den ‚Moment der Bewertung’ müssen allerdings die gegebenen ausreichen. Auch wenn sich über diese Werte im Detail streiten lässt, sie menschengemachte Konstrukte sind und daher keine über die ‚unsere Welt’ hinausgehende Bedeutung besitzen, müssen sie für die Bewertung des Menschen im Einzelnen, herangezogen werden.
[2]: Mir Speziesismus vorzuwerfen wäre abwegig. Ich differenziere nicht der Art wegen, sondern aus oben angeführten Gründen. Man zeige mir eine Maus, die über dieselben kognitiven Fähigkeiten, wie ein Mensch verfügt, zu Moral und zu integrem Verhalten fähig ist, sie wäre für mich dem Menschen im Werte gleichgestellt. Der ‚individuelle Wert’ müsste dann zum einzelnen Menschen hin ermittelt werden.
Freitag, 2. Juli 2010
Von der Ungleichheit des Lebens - Ein Einstieg in die Meritokratie
Labels:
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